Aktuelle Information für unsere Mandanten und Geschäftsfreunde November 2015

Steuern & Recht
Der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK)
verklagt das Vergleichsportal Check24
 

Der Streit zwischen traditionellen Verkäufern von Versicherungen und jungen Online-Anbietern hat die Gerichte erreicht.

Der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) verlangt vom Münchner Internet-Vergleichsportal Check24, dass es seine Vertriebspraktiken ändert. "Check24 hält sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften für die Beratung und die Dokumentation der Beratung", sagt Michael Heinz, Versicherungsmakler und Präsident des Verbandes. Check24 bestreitet das und hat deshalb auch die vom BVK verlangte Unterlassungserklärung nicht unterschrieben.

Der Streit zwischen BVK und Check24 ist der vorläufige Höhepunkt der Auseinandersetzungen über die Rolle neuer Anbieter, die plötzlich im Versicherungsmarkt auftauchen.

Helge Lach, Vorstand bei der Frankfurter Vertriebsorganisation DVAG, greift die Portale deshalb scharf im DVAG-Blog an. Kunden könnten durch die Vergleichsportale erheblichen wirtschaftlichen Schaden" erleiden, die von ihnen in der Regel vom Kunden eingeforderte Maklervollmacht werde durch "arglistige Täuschung" ergattert, schreibt er unter dem 28. Januar. Möglicherweise verfüge ein Portal nicht über die vorgeschriebene Berufshaftpflicht, lasse den Kunden im Schadenfall allein und richte einen "Scherbenhaufen" in   den Verträgen an, spekuliert Lach.

Mit der anstehenden digitalen Umwälzung der Versicherungswirtschaft haben diese Portale bislang wenig zu tun. Das machen bisher nur einige technisch fortschrittliche Versicherer wie Allianz und Axa. Mit Hilfe von Internet und klug programmierten Rechnern wollen sie neue Zusammenhänge von Verhalten und Risiko finden - Stichwort Big Data. Die Versicherer wollen sich zu digital kommunizierenden Begleitern bei Gesundheit, Fahrverhalten und Wohnungssicherheit machen.

Aber: Rund 77 Prozent der 18- bis 35-Jährigen, die Erfahrungen mit den elektronischen Versicherungsordnern haben, sind vom Ergebnis enttäuscht, hat die Unternehmensberatung Innovalue in einer Befragung ermittelt. Offenbar haben die Systeme Schwächen. Vor allem aber klappt die Kommunikation mit den Versicherern, die schließlich die Daten liefern müssen, nur schleppend.


(Auszug aus der Süddeutschen Zeitung v. 21.2.2016)